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OpenOffice/LibreOffice Writer ist kein Layout-Programm. Trotzdem kann man typografische Regeln und gestalterische Konzepte, die aus Layoutprogrammen bzw. im Desktop-Publishing (DTP) bekannt sind, damit leichter und besser als mit anderen TextVerarbeitungen umsetzen. Im Folgenden soll dazu ein Überblick gegeben werden.

1. Seitenlayout

1.1. Der Satzspiegel

In der Typografie ist es üblich, mit dem Begriff Satzspiegel den Raum auf einer Seite zu bezeichnen, der zwischen den Stegen (den Seitenrändern) zum Setzen des Inhalts genutzt wird.

Im Writer wird der Satzspiegel SeitenTextbereich genannt. Die Seitenränder werden in der Seitenvorlage eingestellt, die der jeweiligen Seite zugewiesen worden ist. Man erreicht sie über die Palette Formatvorlagen. In der dortigen Liste der Seitenvorlagen wählt man im KontextMenü der Vorlage „Ändern“ und wechselt in dem Fenster, das sich daraufhin öffnet, zum Reiter „Seite“. Hier kann man die „Seitenränder“ direkt einstellen.

Standardmäßig sind dort für alle vier Seitenränder ein Steg von 2 cm vorgegeben. Aus typografischen Gründen ist es besser, die Ränder dem sogenannten Goldenen Schnitt anzunähern. Bei DIN-Papierformaten empfehlen sich bei zweiseitigem Satz näherungsweise Einstellungen im Verhältnis 2:3:4:5 (für Bundsteg : Kopfsteg : Außensteg : Fußsteg) bzw. bei einseitigem Satz von 3:3:3:5.

1.2. Rahmen

Bei Layoutprogrammen werden alle Inhalte (Texte, Bilder) innerhalb von Rahmen bearbeitet, die auf der Seite platziert werden.

Das ist bei einer TextVerarbeitung nicht unbedingt notwendig. Hier kann in den meisten Fällen auch ohne Rahmen gearbeitet werden. Absätze kann man direkt in ein Dokument einfügen, bearbeiten und formatieren. Es ist üblich, Text in einem reinen Texteditor oder in einer Textverarbeitung wie dem Writer zu erfassen und später erst ein ein Layoutprogramm zu importieren, um ihn darin zu setzen. Beispielsweise das freie DTP-Programm Scribus kann OpenDocument-Text verarbeiten. (Dementsprechend kann Text auch aus dem Writer mit der Erweiterung Writer2LaTeX nach LaTeX exportiert und damit gesetzt werden.)

Man kann aber auch die von der DTP-Software bekannte Arbeitsweise im Writer praktizieren und beispielsweise TextRahmen in eine Seite einfügen, der an einer Seite oder an einem Absatz verankert und relativ dazu platziert wird, und ihn dann direkt mit Texten füllen.

Rahmen können entweder über das Hauptmenü mittels Einfügen → Rahmen oder über das entsprechende Icon in der Symbolleiste erzeugt werden. Der Rahmen wird dann mit der Maus aufgezogen und über das KontextMenü exakt auf der Seite positioniert. Je nachdem, wozu der Rahmen dienen soll, muss zwischen einer Verankerung an der Seite, an einem Absatz an einem Zeichen oder als Zeichen ausgewählt werden. Auf diese Weise wird das Layout der Drucksache aus Rahmen aufgebaut. Werden mehrere von ihnen miteinander verkettet, so läuft der Text beim Einfügen nahtlos von einem Rahmen in den nächsten weiter und füllt schließlich das Layout. Bilder werden über das Hauptmenü Einfügen → Bild entweder aus einer Datei oder direkt aus dem Scanner ergänzt und auf dieselbe Weise wie die Textrahmen auf der Seite platziert. Näheres dazu erfährt man auf der Seite zu TextRahmen.

Gegenüber DTP-Programmen ergeben sich allerdings eine Reihe von Einschränkungen für den Grundliniensatz im Writer. Registerhaltiger Satz von Mengentext und Rahmentext ist nur sehr schwer möglich.

1.3. Gestaltungsraster

Auch im Writer kann man einen Gestaltungsraster einblenden lassen. Das geht in allen Modulen.

Der Raster dient dazu, Elemente auf der Seite nicht beliebig, sondern nur an bestimmten Stellen zu setzen, die durch die Schnittpunkte eines regelmäßig auf die Seite projizierten Rasters markiert sind.

Der Raster wird zuvor in den Optionen des jeweiligen Moduls unter Optionen → Raster aktiviert. Um Rahmen mit der Maus aufzuziehen und auf der Seite zu platzieren, empfiehlt es sich, auch die Option Fangraster einzuschalten. Die Objekte werden dann vom Raster „magnetisch“ angezogen, sie sind nur noch an den Rasterpunkten platziertbar.

1.4. Grundlinienraster

Während der Gestaltungsraster zur Platzierung von Rahmen und Bildern dient, gibt es in Layoutprogrammen noch einen weiteren Raster: Den Grundlinienraster. Damit kann die Schrift innerhalb von Rahmen und mit Bezug zum Mengentext, sozusagen dem Haupt-Text der Seite, aufeinander abgestimmt werden.

Absätze, die "auf Grundlinie" gesetzt werden, erkennt man daran, dass die Grundlinie der Schrift, aus denen ihre Zeilen gebildet werden, nur auf bestimmten Zeilen des Grundlinienrasters zu stehen kommen. So können Zeilen aus verschiedenen Rahmen und der Mengentext auf die gleiche Höhe gesetzt werden. Für gegenüberliegende Seiten wird der gleiche Raster festgelegt, so dass die Grundlinie optisch über das zweiseitige Layout durchläuft.

Es ist nicht möglich, im Writer einen Grundlinienraster zu definieren oder einzublenden. In den Optionen des Writer kann lediglich ein Gestaltungsraster definiert werden, daran werden aber nur die Rahmen ausgerichtet, nicht die Schrift innerhalb der Rahmen.

Bis zu einem gewissen Grad kann man sich damit behelfen, in den FormatVorlagen der Absätze im Reiter „Einzüge und Abstände“ Registerhaltigkeit „berücksichtigen“ zu lassen. Dadurch wird aber kein einheitlicher Raster für den Textsatz in allen Rahmen und für den umlaufenden Mengentext auf der Seite erzeugt. Die Funktion entspricht also nicht dem Grundlinienraster aus dem Desktop Publishing.

2. Mikrotypografie

2.1. Schrift

2.1.1. Laufweite

Die Laufweite der Schrift kann in der FormatVorlage jedes Absatzes im Reiter Position eingestellt werden. Wechselt man dort zu „gesperrt“ oder „schmal“, wird das danebenstehende Zahlenfeld aktiviert, und man kann einstellen, um wieviele Punkt die Laufweite in dem Absatz geändert werden soll. Gleich daneben kann das paarweise Kerning ein- und ausgeschaltet werden.

Die Laufweite bei einzelnen Wörtern wird entsprechend in der jeweiligen ZeichenVorlage eingestellt.


KategorieWriter


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