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(./) OOo2

Mit einer Schreibmaschine konnte man nur eine Art Strich erzeugen, mit der Taste rechts unten auf der Tastatur. In der TextVerarbeitung stehen hingegen – ähnlich dem traditionellen Schriftsatz – verschiedene Arten Striche zur Verfügung. Wann man welche Striche benutzt, ist ein typographisches Thema. Dieser Artikel beschreibt vor allem das Einfügen des passenden Strichs in ein TextDokument.

1. Striche in der Textverarbeitung

Die hier angegebenen Zeichen sind alle über den Dialog Einfügen → Sonderzeichen… erreichbar. Wenn der verwendete Font Unicode unterstützt, wird im Auswahldialog die jeweilige Unicodenummer angezeigt. Tatsächlich werden sie jedoch im UTF-8-Format in den Quelltext des TextDokuments eingefügt. Für einige Zeichen gibt es zusätzlich spezielle Eingabeverfahren; diese sind dann bei dem jeweiligen Zeichen erklärt. Darüber hinaus bieten einige Betriebssysteme eigene Methoden zum Einfügen dieser Zeichen mit der Tastatur.

sonderzeichen.png

Der Dialog Einfügen → Sonderzeichen… zeigt – die Verwendung eines geeigneten Fonts vorausgesetzt – das Zeichen zusammen mit seinem jeweiligen Codepunkt an (hier im Beispiel U+2010). Das U steht dabei für Unicode; die Zahl ist hexadezimal dargestellt.

1.1. Einfacher Textstrich

Unicode-Wert nummerisch

U+002D (dezimal 45)

45.png

Unicode-Bezeichnung

HYPHEN-MINUS

UTF-8 hexadezimal

0x2D

Ein horizontaler Strich, der etwa ein Viertel so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist. Man erzeugt ihn direkt mit der Taste - rechts unten im Buchstabenblock der Tastatur oder mit der Minus-Taste im Ziffernblock.

Wie der offizielle Name (auf Deutsch soviel wie „Bindestrich-Minus“) andeutet, ist die Entstehung dieses Zeichens historisch durch den Gebrauch von Schreibmaschinen bzw. 7Bit-ASCII-Zeichensätzen bedingt, und stellte einen Kompromiss dar „für alle Fälle“, in denen man einen horizontalen Strich benötigte. Wenn der verwendete Font keine Glyphen für die anderen Arten von Textstrichen, die in UNICODE normiert sind, enthält, greift man auch heute noch auf dieses Zeichen zurück. Der Einsatz des jeweils semantisch und/oder typographisch korrekten Strichs ist jedoch zu bevorzugen.

Insbesondere sollte man dieses Zeichen nicht als Trennstrich benutzen, weil es auch dann sichtbar bleibt, wenn sich durch Einfügungen oder Löschen die Position der Trennstelle so verschiebt, dass es nicht mehr am Zeilenende steht.

einfacherTrennstrich.png

1.2. Bedingter Trennstrich

Unicode-Wert nummerisch

U+00AD (dezimal 173)

173.png

Unicode-Bezeichnung

SOFT HYPHEN

UTF-8 hexadezimal

0xC2 0xAD

SGML-Benennung

­

Ein horizontaler Strich, der ein Viertel so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist („Viertelgeviertstrich“), der aber nur dann gedruckt wird, wenn an seiner Stelle ein Zeilenumbruch erfolgt.

Den bedingten Trennstrich kann man durch die Tastenkombination Strg+- oder über das Menü Einfügen → Formatierungszeichen → Weicher Trenner eingeben. Hat man die Option Ansicht → Markierungen (Strg+F8) eingeschaltet, wird der bedingte Trennstrich auf dem Bildschirm grau unterlegt dargestellt, auch wenn das Wort nicht umgebrochen wird. Diese graue Unterlegung wird nicht gedruckt, ebensowenig der Strich selbst, solange er nicht am Ende einer Zeile steht.

Dieses Zeichen wird auch benutzt, wenn man im Dialog Extras → Sprache → Silbentrennung… die Trennstelle von Hand setzt. Die automatische Silbentrennung fügt hingegen keine Zeichen in den Text ein, sondern es wird nur im Absatzformat die Tatsache, dass getrennt werden soll, gespeichert; die tatsächliche Trennstelle wird dabei immer aktuell berechnet. Im ZeichenObjekt „Textbox“ ist der bedingte Trennstrich nicht verfügbar.

1.3. Bindestrich

Unicode-Wert nummerisch

U+2010 (dezimal 8208)

8208.png

Unicode-Bezeichnung

HYPHEN

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x90

Ein horizontaler Strich, der ein Viertel so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist („Viertelgeviertstrich“).

Dieses Zeichen ist der eigentliche Bindestrich, wie man ihn für zusammengesetzte Wörter (z.B. Magen‐Darm‐Grippe), Ergänzungen (z.B. Im‐ und Export) oder zur (sichtbaren) Silbentrennung (z.B. Gue‐ri‐cke) benötigt.

1.4. Geschützter Bindestrich

Unicode-Wert nummerisch

U+2011 (dezimal 8209)

8209.png

Unicode-Bezeichnung

NON-BREAKING HYPHEN

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x91

Ein horizontaler Strich, der ein Viertel so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist („Viertelgeviertstrich“), an dessen Stelle ein Zeilenumbruch nicht zulässig ist.

Deshalb eignet sich dieses Zeichen insbesondere für Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben (z.B. A‑Dur), wo ein Zeilenumbruch unerwünscht wäre (A-¦Dur).

Den geschützten Bindestrich kann man durch die Tastenkombination Strg+Shift+- oder über das Menü Einfügen → Formatierungszeichen → Geschützter Trenner eingeben. Hat man die Option Ansicht → Markierungen (Strg+F8) eingeschaltet, wird der geschützte Bindestrich auf dem Bildschirm grau unterlegt dargestellt; diese graue Unterlegung wird nicht gedruckt.

1.5. Dezimal-Strich

Unicode-Wert nummerisch

U+2012 (dezimal 8210)

8210.png

Unicode-Bezeichnung

FIGURE DASH

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x92

Ein horizontaler Strich, dessen Breite bei Schriftarten, deren Glyphen für Zahlen eine feste Breite haben, der Breite einer Ziffer entspricht.

Dieses Zeichen eignet sich zum Gliedern von Ziffernfolgen (z.B. Telefonnummern). Es hat weder die Bedeutung eines Bereichs (von-bis), noch die eines mathematischen Operators (Minus).

1.6. Gedankenstrich

Unicode-Wert nummerisch

U+2013 (dezimal 8211)

8211.png

Unicode-Bezeichnung

EN DASH

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x93

SGML-Benennung

–

Ein horizontaler Strich, der halb so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist („Halbgeviertstrich“).

Dieses Zeichen wird für Texteinschübe verwendet (mit Leerraum zu den angrenzenden Wörtern) sowie in der Bedeutung von-bis (z.B. 10.00–12.00 Uhr), bei Strecken (z.B. Frankfurt–Basel) oder bei Sportbegegnungen (z.B. Deutschland – Italien).

Wenn man unter Extras → AutoKorrektur… → Optionen die Option Gedankenstriche ersetzen aktiviert hat und dann etwas wie Wort -- Wort oder Wort - Wort (jeweils mit Leerzeichen) schreibt, werden die beiden Striche oder der einfache Strich jeweils durch einen Halbgeviertstrich ersetzt, sobald man das zweite Wort abgeschlossen hat (d.h. sobald man nach dem zweiten Wort ein Leerzeichen oder ein Satzzeichen eingibt).

1.7. Spiegelstrich

Unicode-Wert nummerisch

U+2014 (dezimal 8212)

8212.png

Unicode-Bezeichnung

EM DASH

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x94

SGML-Benennung

—

Ein horizontaler Strich, dessen Breite in Punkt bemessen der eingestellten Größe des verwendeten Fonts entspricht, also genau ein Geviert breit ist („Geviertstrich“). Wird zusammen mit der Größe der Text-Glyphen skaliert.

Dieses Zeichen wird in der angelsächsischen Tradition als Gedankenstrich für Texteinschübe verwendet, jedoch ohne Leerraum zu den angrenzenden Wörtern. In der deutschen Tradition wird dieses Zeichen als Spiegelstrich verwendet; es kommt außerdem als Ersetzungszeichen für 00 bei „glatten“ Währungsbeträgen (z.B. 5,—), zur Kennzeichnung leerer Felder in Tabellen oder Formularen oder als Zeichen für Wiederholungen in Listen (mit übergeordnetem Stichwort) zum Einsatz.

Wenn man unter Extras → AutoKorrektur… → Optionen die Option Gedankenstriche ersetzen aktiviert hat und dann etwas wie Wort--Wort (ohne Leerzeichen) schreibt, werden die beiden Striche durch einen Geviertstrich ersetzt, sobald man das zweite Wort abgeschlossen hat (d.h. sobald man nach dem zweiten Wort ein Leerzeichen oder ein Satzzeichen eingibt).

1.8. Waagerechte Linie

Unicode-Wert nummerisch

U+2015 (dezimal 8213)

8213.png

Unicode-Bezeichnung

HORIZONTAL BAR

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x80 0x95

Ein horizontaler Strich, der etwa so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) oder etwas breiter ist; früher „QUOTATION DASH“ genannt.

Dieses Zeichen wird in der angelsächsischen Tradition als Anführungsstrich bei Zitaten oder bei der Wiedergabe von Dialogen verwendet; in der deutschen Tradition wird dieses Zeichen hingegen kaum verwendet.

2. Ähnliche Zeichen

2.1. Aufzählungsstrich

Unicode-Wert nummerisch

U+2043 (dezimal 8259)

8259.png

Unicode-Bezeichnung

HYPHEN BULLET

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x81 0x83

Ein horizontaler Strich, der etwa ein Viertel so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) oder etwas schmaler ist.

Dieses Zeichen kann in Aufzählungen als Blickfangpunkt (engl. bullet) verwendet werden.

2.2. Minus-Zeichen

Unicode-Wert nummerisch

U+2212 (dezimal 8722)

8722.png

Unicode-Bezeichnung

MINUS SIGN

UTF-8 hexadezimal

0xE2 0x88 0x92

SGML-Benennung

−

Ein horizontaler Strich, der etwa halb so breit wie ein Geviertstrich (U+2014) ist, aber etwas höher liegt und damit besser zu Plus‐ und Gleichheitszeichen passt.

Man sollte in gestalteten Texten keinen einfachen Textstrich (U+002D) für ein „Minus“ benutzen, weil er zu kurz ist und u.U. innerhalb von Formeln falsch umgebrochen wird. Lediglich innerhalb des FormelEditors oder in der RechenLeiste (F2) wird das Minuszeichen wie ein einfacher Textstrich über die Tastatur eingegeben.

Eine beliebte Methode ist es, zunächst die Formel mit einfachem Textstrich zu schreiben und sie dann in einen Spezialfont wie „Symbol“ zu setzen. Darin wird der einfache Textstrich (U+002D) tatsächlich mit einer Glyphe dargestellt, die dem Minuszeichen ähnlich sieht. Die Problematik des Zeilenumbruchs innerhalb der Formel bleibt erhalten, weil bei diesem Verfahren lediglich die Darstellung (d.h. das Aussehen der Glyphe) geändert wird, nicht aber das Zeichen an sich (zu erkennen an seiner Codierung als U+002D).

Eine viel bessere Möglichkeit ist der FormelEditor, der auch komplexe Formeln typographisch ansprechend darstellt. Auch hier kann man bei einfachen Formeln zunächst die Formel mit dem einfachen Textstrich (U+002D) schreiben. Dann markiert man die ganze Formel und wählt aus dem Menü Einfügen → Objekt → Formel, die Formel wird dann automatisch umgewandelt.

Minus.png

3. Siehe auch


KategorieWriter KategorieGrundlagen


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