Archiv des LibreOffice- und OpenOffice.org-Wiki

[ÜberSicht] [TitelIndex] [WortIndex] [SeiteFinden

Der FormatVorlagen-Typ Präsentationsobjektvorlagen kommt nur in Impress-Dokumenten vor.

1. Was sind Präsentationsobjekte?

Um die Funktion von Präsentationsobjektvorlagen zu verstehen, muß zunächst geklärt werden, was Präsentationsobjekte überhaupt sind. Nichts von dem, was man über die Zeichen-SymbolLeiste oder das Einfüge-Menu in eine Präsentation aufnimmt, ist ein Präsentationsobjekt: das sind alles Grafikobjekte, die mit GrafikobjektVorlagen verbunden werden.

Präsentationsobjekte sind fester Bestandteil jeder Folie. Sie können weder entfernt noch können neue hinzugefügt werden. Man kann sie ignorieren indem man ein "leeres" Layout verwendet und den ganzen Inhalt mit Grafikobjekten erstellt. Oder man aktiviert sie durch die Wahl eines geeigneten Layouts und erhält damit Platzhalter für die Positionierung der Folieninhalte.

Diese Platzhalter sind Präsentationsobjekte. Im Grunde handelt es sich um Seitenbereiche, deren Position und Größe man mit dem FolienMaster verändern und deren Aussehen man mit Hilfe von Präsentationsobjektvorlagen bestimmen kann.

Die Präsentationsobjekte Titel und Gliederung bilden die logische Struktur einer Präsentation und können als Übersicht in der Ansicht Gliederung sichtbar gemacht und als Zusammenzug gedruckt werden. Notizen haben die Funktion von Begleitunterlagen, für die ebenfalls eine eigene Sicht zur Verfügung steht und Hintergrundobjekte können als Masterelemente aktiviert werden, um konstante Folieninhalte wie Fußzeilen einzurichten.

2. Kopplung an Masterseiten und Layouts

Aus anderen Modulen ist man es gewohnt, FormatVorlagen im Formatvorlagenfenster nicht nur zu bearbeiten, sondern hier auch neue Vorlagen zu erstellen.

Präsentationsobjektvorlagen in Präsentationsfolien werden zwar an gleicher Stelle bearbeitet, aber es ist nicht möglich, selbst zusätzliche Vorlagen zu erstellen.

Dennoch gibt es mehr Vorlagen, als auf den ersten Blick sichtbar sind.

Jede MasterSeite verfügt über einen eigenen Satz Präsentationsobjektvorlagen. Ändert man also eine der Vorlagen, so ändert man nur diejenige Version, welche zur aktuellen Masterseite gehört. Jede neu erstellte Masterseite wird mit einem neuen Vorlagen-Set "geboren", das unabhängig von den Vorlagen anderer Masterseiten verändert werden kann.

fm02.gif

Präsentationsobjektvorlagen können auch nicht direkt über die Auswahl im Formatvorlagenfenster zugewiesen werden, sondern sind den jeweiligen Layout-Bereichen fest zugeordnet.

3. Einzigartigkeit von Präsentationsobjektvorlagen

Von Absatz- oder GrafikobjektVorlagen kennt man den hierarchischen Aufbau des Vorlagenkonzeptes: Vorlagen können Eigenschaften von "Muttervorlagen" erben, sodass man mehrere Instanzen einer Vorlage bilden kann. Präsentationsobjektvorlagen hingegen haben keinen "Vorgänger". Lediglich die Gliederungsvorlagen sind untereinander gekoppelt, allerdings nur was die Logik der Gliederung betrifft, nicht aber die Formatierung.

Anders als in anderen Vorlagentypen, haben nicht alle Präsentationsobjektvorlagen die gleichen Formatoptionen: nur bei Gliederungsvorlagen ist eine Nummerierung integriert, die Vorlage Hintergrund hat als einzige Option Fläche, die Vorlage Notizen kennt nur Zeichen- und Absatzeinstellungen....

4. Präsentationsobjektvorlagen anwenden

Präsentationsobjektvorlagen lassen sich nicht händisch zuweisen. Die Struktur einer Präsentation wird einerseits durch die MasterSeite und andererseits durch das verwendete Layout vorgegeben und gibt damit die anzuwendenden Präsentationsobjektvorlagen pro Layoutbereich vor.

5. Präsentationsobjektvorlagen bearbeiten

Präsentationsobjektvorlagen können entweder über ihr KontextMenü im FormatvorlagenFenster geändert werden oder mit der Auswahl Vorlage bearbeiten im Kontextmenu des Layout-Bereichs, dem sie zugeordnet sind.

Das Formatvorlagenfenster bietet auch die Option Vorlage aktualisieren, mit der man eine lokal vorgenommene Formatänderung in die Vorlage übernehmen kann. Für Gliederungsvorlagen ist dieses Vorgehen jedoch nicht zu empfehlen, da dabei die Formate einer einzigen geänderten Gliederungsstufe für alle Ebenen übernommen werden.

Wenn man eine Präsentationsobjektvorlage ändert, ändert man nur diejenige Version, die zur aktuellen MasterSeite gehört. Jede Masterseite verfügt über ihre eigenen Präsentationsobjektvorlagen, die unabhängig voneinander gestaltet werden können.

6. Die Vorlagen im Einzelnen

6.1. Titel- und Gliederungsvorlagen

6.1.1. Titel

Der Text, der über den Platzhalter Titel erfaßt wird, ist Teil der Präsentationsgliederung und bildet in der Gliederungsansicht die Überschrift zu jeder Folie. Die Präsentationsobjektvorlage Titel ist zusammen mit dem Platzhalter Titel außer bei der Leeren Folie in allen Layouts vorhanden. Einen Untertitel gibt es nur im Layout Titelfolie.

6.1.2. Struktur von Präsentationsgliederungen

Ähnlich wie bei Textdokumenten, wo unterschieden wird zwischen der KapitelNummerierung und Nummerierungen/Aufzählungen differenziert auch Impress zwischen der Dokumentgliederung und Nummerierungs- oder Aufzählungslisten. Tatsächlich kann eine Kapitelnummerierung aus einem Textdokument als Gliederung einer Präsentation übernommen werden, wie weiter unten beschrieben wird.

Nummerierungs- oder Aufzählungslisten können in beliebigen Textboxen erstellt werden und bei Bedarf mit GrafikobjektVorlagen kombiniert werden.

Die Dokumentgliederung, auf welche sich die Gliederungsvorlagen beziehen, wird auch in der Ansicht Gliederung aufgenommen und erlaubt die Kontrolle der Präsentationsstruktur.

gv1.png

Standardmäßig arbeiten Impress-Gliederungen mit Bullets. Man kann jedoch auch Nummerierungen einstellen, allerdings nicht ganz so flexibel wie in den schon erwähnten Textdokumenten. So gibt es beispielsweise die Option vollständig bei einer Nummerierung nicht, ein Gliederungsabsatz zeigt also immer nur die Nummer seiner Stufe an und wiederholt nicht die Nummerierung der übergeordneten Stufen.

Laut Struktur und Logik der Präsentation ist eine Wiederholung übergeordneter Gliederungsnummern auch nicht nötig, denn jede Gliederung ist eine im jeweiligen Layout-Bereich abgeschlossende Einheit, sie wird nicht spalten- oder seitenübergreifend fortgesetzt. Enthält eine Folie mehr als einen Gliederungsbereich, so startet die Nummerierung in jedem Bereich neu.

gv2.png

6.1.3. Optionen von Gliederungsvorlagen

In einer Gliederungsvorlage sind die Einstellungen für Nummerierung und Absatzformatierung kombiniert:

gv3.png

Man sollte die Nummerierungseinstellungen entweder über die Option Ändern im Formatvorlagenfenster oder über das KontextMenü, Auswahl Vorlage bearbeiten ändern. Man kann sie theoretisch auch hart über das Formatmenü ändern und anschließend die Vorlage aktualisieren, riskiert aber damit, dass sich die Gliederungsvorlagen für die anderen Ebenen in unerwünschter Art anpassen.

6.1.4. Kapitelstruktur aus einem Textdokument übernehmen

Wenn ein Textdokument mit einer korrekt eingerichteten KapitelNummerierung vorliegt, kann man daraus über den Aufruf Datei → senden → Gliederung an Präsentation ein Präsentationsdokument erstellen lassen, welches sämtliche Überschrift-Absätze aus dem Text-Dokument enthält.

Ebene-1-Überschriften werden dabei zu Folientiteln – es gibt also pro Hauptkapitel eine neue Folie – ab Ebene zwei setzt die Gliederung ein.

Alle Überschrift-Absätze eines Hauptkapitels kommen auf die gleiche Folie. Bei umfangreichen Kapiteln dehnt sich die Gliederung über den Folienrand aus und kann nur händisch auf mehrere Folien verteilt werden, wobei eine evtl. vorhandene Nummerierung ebenfalls händisch (Format → Nummerierung) angepasst werden muss, da – wie im vorigen Abschnitt erwähnt – jeder Layoutbereich mit einer neuen Nummerierung beginnt.

Für die Gliederungsansicht spielt es jedoch keine Rolle, wenn Gliederungen nicht vollständig auf Folien passen. Hier werden die Abschnitte gemäß Seitenformat aufbereitet und können so auch fortlaufend gedruckt werden.

6.1.5. Dokumentweite Nummerierung

Eingangs wurde erwähnt, dass jeder Gliederungsbereich in sich abgeschlossen ist, eine spalten- oder folienübergreifende Nummerierung daher nicht möglich.

Wenn man diese dennoch benötigt, gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Zum einen kann man die Folientitel direkt beschriften, also z.B.
A Regionale Märkte
B Nationale Märkte
C Internationale Märkte
wobei man für die Nummerierungslogik selbst verantwortlich ist, Anpassungen beim Einfügen oder Entfernen von Folien also selbst durchführen muß.

In den Optionen der Gliederungsvorlagen kann der Nummerierungsstart je Gliederungsstufe gewählt werden. Auch hier obliegt die Kontrolle der Nummerierungslogik dem Bearbeiter.

6.2. Hintergrund und Hintergrundobjekte

Die Präsentationsobjektvorlage Hintergrund hat nur eine einzige Option: die Fläche. Sie bezieht sich auf den Folienhintergrund und kann pro Folie über Format → Seite → Hintergrund übersteuert werden.

Hintergrundobjekte oder Masterelemente werden über das Menü Ansicht → Master → Masterlemente aktiviert und über Ansicht → Kopf- und Fußzeilen mit Inhalten versehen. Größe und Position der Elemente werden mit dem FolienMaster eingerichtet.

6.3. Notizen

Die Gliederungsvorlage für Notizen enthält nur Zeichen- und Absatzoptionen. Will man den Notizen z.B. einen eigenen Hintergrund zuweisen, so fügt man z.B. in der Masteransicht ein Grafikobjekt ein und ordnet es im Hintergrund an.

7. Eigene Vorlagen

Weiter oben wurde vermerkt, dass es nicht möglich ist, eigene Präsentationsobjektvorlagen zu erstellen. Präsentationsdokumente verfügen aber auch über GrafikobjektVorlagen.

Für beliebig einzufügende Objekte benutzt man daher Grafikobjektvorlagen, die man wie andere FormatVorlagen bearbeiten, zuweisen und erstellen kann.


KategorieImpress


LizenzBedingungen | AnbieterKennzeichnung | DatenschutzErklärung | Stand: 2013-04-28