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Mit Microsoft® Office®2007 wurde als neues Dateiformat „Office Open XML“ eingeführt. Es handelt sich dabei um ein XML-basiertes Format, das bei der Ecma International (ehemals European Computer Manufacturers Association) zur Standardisierung eingereicht und als Norm „ECMA 376“ veröffentlicht wurde. Dateien dieses Typs tragen die Endungen .docx (TextVerarbeitung), .xlsx (TabellenKalkulation) oder .pptx (Präsentationen).

Dieses Dateiformat ist in Office®2007 (unter Windows®) implementiert. Ältere Versionen von Microsoft® Office® können „Office Open XML“ nur dann öffnen, wenn sie mit einem entsprechenden Patch versehen wurden. In OpenOffice.org sind Importfilter ab Version 3.0 enthalten. Für den Export aus OpenOffice.org bietet sich weiterhin die Verwendung der „herkömmlichen“ Dateiformate aus Office® 97, 2000, XP und 2003 (wie z.B. .doc) an.

Wie der Name suggeriert, sind die Spezifikationen für „Office Open XML“ offen gelegt. Im Gegensatz zu OpenDocument ging es bei der Entwicklung jedoch nicht darum, einen unabhängigen Standard in dem Sinne zu schaffen, dass das Dateiformat nicht auf die Bedürfnisse eines bestimmten Programms zugeschnitten ist und damit keinen Hersteller benachteiligt oder bevorzugt. Statt dessen ist in der Spezifikation von „Office Open XML“ ausdrücklich festgeschrieben, dass dieses Format die Features von Microsoft® Office®2007 (sowie seiner Vorversionen1) exakt abbildet. Es handelt sich daher um ein proprietäres Format in dem Sinne, dass es nur in Microsoft® Office®2007 (unter Windows®) korrekt und vollständig implementiert ist – und sein kann. Das Problem für den Datenaustausch mit anderen Programmen liegt daher darin, dass „Office Open XML“ schlicht das Dateiformat für Office®2007 ist, und es von Programmen mit einem anderen Funktionsumfang als Office®2007 zwangsläufig nur unter Verlusten importiert werden kann: Bei einem Datenaustausch kann immer nur die Schnittmenge der Features von Ausgangs- und Ziel-Applikation dargestellt werden, und zwar unabhängig davon, ob die Spezifikationen des für den Datenaustausch verwendeten Dateiformats offen liegen oder nicht. Im Gegensatz zu „Office Open XML“ abstrahiert OpenDocument deshalb – vergleichbar HTML – vom Funktionsumfang einer bestimmten Anwendung im Interesse eines neutralen Standards, der (korrekte Implementierung vorausgesetzt) einen reibungslosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Programmen und Programmversionen ermöglichen soll. Ein vergleichbar reibungsloser Datenaustausch mit „Office Open XML“ ist hingegen nur mit Programmen vorstellbar, die den Funktionsumfang von Office®2007 1:1 nachbilden würden, in der Praxis also nur zwischen verschiedenen Installationen von Office®2007 selbst. Ob sich vor diesem Hintergrund „Office Open XML“ für eine revisionssichere Langzeitarchivierung eignet, ist strittig.


KategorieAllgemeines

  1. OpenXML was designed from the start to be capable of faithfully representing the pre-existing corpus of word-processing documents, presentations, and spreadsheets that are encoded in binary formats defined by Microsoft Corporation - EMCA TC45 OpenXML White Paper. (1)


LizenzBedingungen | AnbieterKennzeichnung | DatenschutzErklärung | Stand: 2013-04-28