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Als Hurenkind (engl. widow, „Witwe“) wird im Schriftsatz die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die erste einer neuen Spalte oder Seite ist. Das Gegenstück zum Hurenkind ist der SchusterJunge, die erste Zeile eines Absatzes als letzte Zeile einer Spalte oder Seite. „Hurenkinder“ gelten in der Typographie als schwerer handwerklicher Fehler, da sie die Konturen des Satzspiegels besonders stark beeinträchtigen.

Die Entstehung dieses Ausdrucks im Jargon der Setzer ist unklar; vielleicht spielt eine Rolle, dass ein typographisches „Hurenkind“ ebenso wie ein Kind mit einer Prostituierten unerwünscht war, oder dass ein reales Hurenkind im Leben auf sich allein gestellt war, so wie das typographische „Hurenkind“ alleine auf einer Seite steht. Die Eselsbrücke „ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht“ könnte auch darauf hinweisen, dass mit der oft unklaren Herkunft (Abstammung) eines realen Hurenkinds auf die unklare Herkunft (Kontext des Absatzes) eines typographischen „Hurenkinds“ angespielt werden sollte.

Das typographische Problem der „Hurenkinder“ und „Schusterjungen“ wird heute in den meisten Layoutprogrammen und TextVerarbeitungen durch die Absatzkontrolle gelöst: In OpenOffice.org Writer können Sie im Register Textfluss der Absatzvorlage entsprechende Einstellungen vornehmen, wie z.B. dass mindestens 2 Zeilen umgebrochen werden müssen.

Siehe auch


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LizenzBedingungen | AnbieterKennzeichnung | DatenschutzErklärung | Stand: 2013-04-28