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(./) OOo2

Es soll mit Draw ein einfacher Grundriss einer Wohnung bzw. eines Hauses und ein Gartenplan erstellt werden. Der Grundriss kann als Dia-Schau in OpenOffice.org ablaufen oder, wenn die einzelnen Seiten z.B. im JPEG-Format exportiert werden, in eine HTML-Datei eingebaut werden.

1. Ziel

So etwa soll das das Ergebnis aussehen:

Ein komplettes Geschoss einer Wohnung. In einem zweiten Arbeitsgang soll sowohl die elektrische Anlage, die Wasserleitungen etc. angezeigt werden – bei einer Dia-Schau als Einblendung.

eg.jpg

Ein weiteres Bild zeigt die Etage mit Möblierung. Bei der Dia-Schau ebenfalls als Überblendung.

moebel.jpg

Um die Gestaltung eines Gartens zu vereinfachen, ist es nicht schlecht, einen Pflanzplan mit in das Gartencenter zu nehmen. Das Bild zeigt einen Teil des Gartens.

garten.jpg

2. Grundeinstellungen, Vorbereitungen

2.1. Maßstab, Seitenformat

Nach dem Öffnen einer neuen Zeichnung (Datei → Neu → Zeichnung) stellen Sie zunächst sicher, dass unter Extras → Optionen… → OpenOffice.org Draw → Allgemein die Maßeinheit auf Meter gesetzt ist (DropDown-Liste); der Zeichnungsmaßstab sollte auf 1:50 oder 1:100 festgelegt werden.

Unter Extras → Optionen… → OpenOffice.org Draw → Ansicht sollten in der Rubrik Anzeigen die Optionen Lineale sichtbar und Umriss eines jeden Objektes aktiviert sein. Die Änderung des Maßstabs und der Maßeinheit wirken sich direkt auf die Lineale aus, d.h. man arbeitet nun direkt mit Metern.

Der 0-Punkt der Lineale ist der innere Seitenrand. Es kann daher praktisch sein, die Ränder so zu wählen, dass sie die Grundstücksgröße widerspiegeln, bzw. die Grundstücksgröße plus einen klar definierten Rand, der ggf. noch für Beschriftungen benötigt wird.

2.2. Raster, Fadenkreuz zum Ausrichten der Objekte

Zum einen kann man unter Extras → Optionen… → OpenOffice.org Draw → Raster ein sichtbares Raster einschalten und es ggf. als Fangraster definieren. Letzteres bewirkt allerdings, dass Objekte nicht vollkommen frei platziert werden können, sondern vom Fangraster in dessen Koordinaten gezwungen werden.

Sehr praktisch sind auch FangLinien: Im Seiten-KontextMenü kann man vertikale und horizontale Fanglinien hinzufügen. Die Anzeigeoptionen dieser Fanglinien stellt man unter Ansicht → Fanglinien bzw. Ansicht → Führungslinien ein. Im Unterschied zum Raster, welches auf die Seite begrenzt ist, laufen die Fanglinien über das Blatt hinaus in die Lineale und können so exakt positioniert werden.

2.3. Ebenen

Wenn man ein neues Draw-Dokument anlegt, besteht dieses standardmäßig aus 3 Ebenen. Formularelemente werden automatisch der Ebene Controls zugeordnet, Maßlinien der Ebene Maßlinien.

gr1.png

Die Arbeit mit Ebenen ist im vorliegenden Fall sehr zu empfehlen. So könnte man z.B. den reinen Grundriss auf eine eigene Ebene legen. Grundausstattungen wie sanitäre Anlagen und Bodenbeläge auch jeweils wieder auf eine eigene Ebene. Ebenso die Möbel, die elektrischen Leitungen, Außenanlagen etc.

Man kann für jede Ebene einstellen, ob sie gedruckt werden soll oder nicht und kann daher beliebige Kombinationen drucken, je nach Bedarf. Außerdem kann man diese Ebenen leichter weiterverwenden, um z.B. den gleichen Grundriss verschieden zu möblieren.

3. Erstellen von Vorlage-Objekten

Damit das Arbeiten zügig gehen kann, wurden zunächst einzelne Objekte als Muster („Vorlagen“) erstellt. Eine eigene Seite „Muster“ wird dazu angelegt. Diese Muster können während der Arbeit in die jeweiligen Seiten kopiert werden (mit Strg+c und Strg+v). Alternativ gibt auch die Variante, einzelne Objekte in die Gallery zu übernehmen.

3.1. Mauer-/Wand–Objekte

(!) Man sollte sich bereits hier entscheiden, ob die Gebäude-Maße in üblicher Rohbau-Bemaßung oder incl. Putz und ggf. alternativer Schalung berücksichtigt werden sollen.

Für die tragenden Wände (meist 33 oder 25, bei Altbauten 53 cm) wird ein einfaches Rechteck mit entsprechender Breite und einer Länge von 5,0 Metern aufgezogen, die Füllfarbe kann frei gewählt werden, in diesem Beispiel dunkelgrau (es wäre natürlich auch eine Schraffur möglich). Es wurde sowohl eine senkrechte als auch eine waagerechte Form als Muster abgelegt.

Die Innenwände wurden auf die gleiche Weise gezeichnet, jeweils mit den gültigen Baumaßen (also 15 bzw. 12,5 cm).

3.2. Fenster-/Türen-Objekte

Diese Elemente sind zusammengesetzte Teile:

fenster.jpg

3.3. Fliesen-Objekte, Gehwegplatten

Die Konstruktion von maßstabsgerechten Fliesen, Parkett, Laminat etc. ist recht einfach: Die Elemente bestehen aus simplen Rechtecken im exakten Maßstab. Wenn Laminatbahnen Verwendung finden sollen, so werden die einzelnen Platten als Einheit zusammengesetzt und gruppiert. Diagonal verlegte Fliesen werden auf die gleiche Weise erstellt, dabei muss die erste Fliese nur entsprechend gedreht werden. Als Farbgebung steht eine große Auswahl in der Gallery bereit.

3.4. Sanitär-Objekte

In der Gallery gibt es einige Einrichtungsgegenstände, die mit kleinen Umänderungen eingesetzt werden konnten. Um farbige Effekte zu erzielen, können entsprechende einfache Hintergrund-Modelle eingebaut werden. Anschließend das gesamte Objekt gruppieren.

3.5. Elektro-Installationen

Entsprechende Elemente können der Gallery über eine Extension (oder ähnliche Erweiterung) hinzugefügt werden.1

3.6. Möbel-Objekte

Diese sind teilweise in der Gallery vorhanden, müssen aber oft in Größe und Design angepasst werden. Wandschränke habe wurden als einzelne Elemente gezeichnet und mit der Funktion Gruppieren zusammengefasst.

3.7. Pflanztrog-Objekte

Die runden Tröge bestehen aus zwei einfachen Kreisabschnitten, bei denen die Stiftbreite auf 2…5 pt. hochgesetzt ist. Für rechteckige Tröge genügen Rechtecke, die ebenfalls mit dickerem Strich erstellt werden. Es darf aber jeder auch doppelwandig konstruiert werden, wenn die Perfektion es erfordert (siehe dazu unter KreisBogen).

3.8. Pflanzen-Objekte

Dazu wurden einfache Symbole aus der Gallery oder aus Schriftzeichen entfremdet.

4. Seitengestaltung

4.1. Technische Konventionen (Vorgaben)

Für technische Zeichnungen gibt es diverse Vorschriften. Lage und Aufbau der Textfelder, Schriften für Texte etc. Wenn diese notwendig sein sollten, muß dies in der Seitenvorlage jetzt berücksichtigt werden. Als Demo wird wohl Querformat ratsam sein.

5. Der Grundriss

Ich bin im Grunde so vorgegangen wie ein normaler Bau auch vonstatten geht, das ist sicher nicht die Lehrmeinung, geht aber einfacher.

5.1. Rohbau

Ich habe mit den von der Planskizze übernommenen Maßen der Räume die Fußböden (Bodenplatten) als Skizze als erstes gezeichnet: dazu einfache Rechtecke aufreißen. Um die Sache etwas zu erleichtern, sind die Räume jeweils mit einer schwachfarbigen Füllung gekennzeichnet. Danach können die Außenwände Stück für Stück mittels CopyAndPaste eingesetzt werden. Dabei muss nun auf exaktes Ausrichten geachtet werden. Die Bodenplatten werden dabei korrekt justiert. Anschließend wird jeder Raum mit den Innenwänden konstruiert, den Kamin nicht vergessen. Die Fenster und Türen müssen vorerst nicht berücksichtigt werden.

Wenn die Böden später nicht angezeigt werden sollen, können sie jetzt entfernt werden. Es ist aber auch sicher interessant, die Fußböden mit in die Zeichnung einzubeziehen und somit eine bessere Farbanschauung zu erhalten. Dazu kann die jeweilige Bodenplatte farblich dem Naturzustand angeglichen werden, entweder Vollfarben oder Rasterungen aus der Gallery. Danach sollte der gesamte Fußboden als Objekt gruppiert werden und die Position fixiert werden. Der Boden wird auf die unterste Ebene verlagert.

Die komplette Mauerstruktur wird jetzt auch gruppiert. Auch hier ist es sinnvoll, das Objekt gegen Verschiebung zu sperren: Format → Position und Größe… → Position und Größe. Die Wandkonstruktion liegt auf der 2. Ebene (über dem Boden).

5.2. Ausbau

5.2.1. Treppen

Eine gerade Treppe ist zeichnerisch kein besonderes Problem, es ist ein Rechteck mit angepasster Linien-Schraffur. Anders ist es allerdings bei gebogenen Treppen oder Wendeltreppen. Dazu muß etwas aufwendiger gebastelt werden: Wenn Du ein Rechteck (Treppenstufe) aufziehst, dann Bearbeiten/Duplizieren aufrufst, dann kannst Du eine Anzahl Kopien und einen Drehwinkel eingeben. Das ist leider nicht ganz zufriedenstellend, das Objekt dreht nur mittig zentriert horizontal+vertikal, der Drehpunkt einer Treppe ist aber seitlich mittig. man müsste hier somit die Stufen anschließend manuell verschieben.

5.2.2. Fenster und Türen einpassen

Die Fenster- und Türenelemente werden nun passgenau auf die Ebene über der Mauerebene auf die Mauerkonstuktion überlagert. Damit sind die Mauerdurchbrüche erkennbar. Falls Fenster ohne vorgebaute Heizkörper gewünscht werden, so kann einfach mit Ändern → Gruppierung betreten (F3) das Teilobjekt markiert und anschließend gelöscht werden, um diese Korrektur vorzunehmen.

5.2.3. Zusammenfassen der Bauzeichnung

Die bisher erstellten Elemente und Ebenen müssen jetzt gesichert werden:

Der gesamte Komplex aus Blatt 2 wird markiert und als eine Einheit gruppiert. Damit ist der Bauplan als solcher fertig.

Mittels markieren und der Tastenkombination Strg+c wird das Blatt 2 in die ZwischenAblage kopiert.

Nun wird ein neues Blatt geöffnet und in dieses der Inhalt Zwischenablage kopiert (Strg+v). Dieses Blatt dient zur Einplanung der elektrischen Verdrahtung. Ein weiteres Blatt mit der gleichen Kopie nimmt die Möblierung auf, ebenso kann eine weitere Kopie für die Planung der Wasserleitungen genutzt werden.

5.2.4. Bemaßung

Was noch fehlt, ist die komplette Bemaßung der Zeichnung. Dazu sollte eine weitere Kopie herangezogen werden, in die in üblicher Art alle notwenigen Bemaßungen eingefügt werden. Zum Abschluss wäre es noch nützlich, die Himmelsrichtung einzuzeichnen (Nordpfeilachse).

Die Erstellung von Bauzeichnungen ist in der DIN 1356 geregelt. Bei den im Bau üblichen Maßstäben (1:100, 75, 50) erfolgt die Bemaßung in m und cm (alles mit Komma ist Meter)

Beispiele

18,00 = 18 Meter

18 = 18 cm

Millimeter werden in als Hochzahlen angegeben

19,00³ = 19,003 m

19³ = 19,3 cm

bei M=1:20 und größer ist cm und mm üblich

18,00 = 18 cm

18 = 18 mm

bei M=1:10 und größer: gilt nur die mm-Form

bei M=1:20 und 1:10 schreibt man das Format normalerweise mit auf die Zeichnung, neben die Maßstabs-Angabe

M 1:20 - cm,mm

5.2.5. Möblierung

Das Kapitel dürfte keinerelei Probleme bereiten: Die einzelnen Möbelelemente werden aus der Musterseite in die Zeichnung kopiert und entsprechend ausgerichtet. Möbelgruppen wie beispielsweise ein Esstisch mit Stühlen, darunter ggf. ein Teppich, können zur besseren Justierung kombiniert oder gruppiert werden. Wenn alles stimmt, kann die Möblierung komplett gruppiert werden. Lampen-Elemente können hier bereits auch untergebracht werden.

5.2.6. Elektrische Anlage

(!) Ich habe eine Kopie der Möblierung in die Seite für die elektrische Anlage einkopiert, dabei aber alle Farben auf hellgrau gesetzt. Das hilft etwas bei der Planung der Schalter und Steckdosen sowie Deckenanschlüssen.

Die Elemente werden wieder in den Plan eingepasst und für die verschiedenen Kabel farbige Linien eingezeichnet. Eine beigefügte Beschreibung der Farbgebung ist sicher hier dringend erforderlich. Auch ist es auf jeden Fall ratsam, hier mit mehreren Ebenen zu arbeiten.

6. Giebel-Ansicht

Ein Obergeschoss mit Dachschräge ist nicht immer einfach zu möblieren. Die Schrank- bzw. Kopfhöhe ist fast nie auf den Plänen zu erkennen. So empfiehlt es sich, eine Seitenansicht mit diesen Details zu erstellen (Seitenriss).

Die jeweiligen Etagen mit rechtwinkligen Wänden und die horizontale Decke werden als Rechtecke konstruiert. Die Fenster-Rahmen und Türzargen und die sichtbaren Füllungen werden jeweils direkt in den Plan eingezeichnet. Der Kamin wird ebenfalls angedeutet.

giebel.jpg

Für die Konstruktion des Dachgeschosses bieten sich je nach Vorgabe sich mehrere Wege an:

  1. Der Neigungswinkel ist bekannt (z.B. aus anderer Bauzeichnung) oder kann vor Ort festgestellt werden:
    • Die Dachneigung wird anhand der Bauvorgaben durch eine einfache Linie gezeichnet und in gefordertem Winkel gedreht und justiert. Firsthöhe, Sturz und der Sockel werden gezeichnet. Die Wandfläche kann nun zunächst als Rechteck oder, wenn es sich um einen gleichseitigen Dachstuhl handelt als Trapez darübergezeichnet werden, anschließend werden die Schrägen entsprechend bearbeitet. Dazu das Objekt in ein Polygon verändern und die jeweiligen Punkte verschieben.
  2. Der Neigungswinkel ist nicht bekannt:
    • Es müssen zunächst die Seitenwände, Sturz und Giebelhöhe eingezeichnet werden. Anschließend kann das Dach als Rechteck gezeichnet werden und durch probieren gedreht werden (leider fehlt bisher in der Bemaßung bei OpenOffice.org ein Winkelmesser) .

Um die benutzbare Gehhöhen, Schrankplatzierung und ähnliches optimal einzuplanen, werden an wichtigen Stellen Bemaßungen vorgenommen.

Mit einer Detailzeichnung kann anschließend die passgerechte Möblierung ermittelt werden.

schrankplan.jpg

7. Der Gartenplan

Wir beginnen mit dem Grundriss des Geländes. Die Fläche wird als Rechteck oder Kurvenelement eingezeichnet und mit der etwaigen Farbe oder Struktur (Gras, Erde, Sand) hinterlegt. Es kann möglich sein, dass je nach Grundstücksgröße ein anderer Maßstab und damit ein neues Projekt sinnvoll ist oder bei gleichem Maßstab nur Teile des Gartens getrennt gezeichnet werden können.

Nun wird eine Kopie der Planseite des Hauses eingefügt, die die Grundmauern erkennen lässt, ggf. können irrelevante Einzelheiten wie Innenwände gelöscht werden (Ändern → Gruppierung betreten und das Element löschen). Als nächstes zeichnet man die festen Wege und nicht veränderbare Mauern, Stufen und Bewuchs. Dieser Grundplan dient nun als Basis, er wird auf eine neue Seite kopiert, auf die die planerischen Gedanken eingezeichnet werden. Die vorher erstellten Pflanzen-Elemente werden jeweils einkopiert und entsprechend justiert.

Eine Nebenzeichnung kann auch ein Gefälle aufzeigen, vgl. im Hausplan Giebelansicht.

gelaende.jpg

8. „Letzter Schliff“

9. Siehe auch


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