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Ein Formeleditor ist ein Set von Funktionen und Werkzeugen für die Darstellung von mathematischen, chemischen oder physikalischen Formeln.

In OpenOffice.org heißt das Modul für den Formelsatz "Math". Dabei ist der Name Math etwas irreführend, da man damit leicht die Vorstellung von Berechnungen verbindet, während es sich beim Modul Math um ein reines Satz-Programm handelt.

Das Setzen von Formeln ist schwieriger als der Satz von normalem Text, da bei Formeln nicht nur Zeichen nebeneinander, sondern auch übereinander gesetzt werden müssen (z.B. bei Brüchen). Maths stellt dafür eine grafische und eine textbasierte Eingabemöglichkeit zur Verfügung.

1. Aufruf des Math-Editors

Der Math-Editor ist auf zwei Arten zu erreichen:

1.1. Eine Formel als eigenes Dokument

Eine Formel als eigenes Dokument anzulegen ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Formelsammlung angelegt werden soll. Die so gespeicherten Formel-Dokumente können als OLE-Objekte in ein Textdokument eingebunden werden und sie können importiert werden (Extras → Formel importieren), während man eine Formel erstellt.

1.2. Der Formeleditor innerhalb eines Textdokumentes

Die Eingliederung des Formeleditors in den Writer ist dann praktisch, wenn man innerhalb eines Textdokumentes Formeln erfassen muss, die man in gleicher Art nicht mehr benötigt und daher nicht als eigenes Dokument speichern möchte.

Beim Aufruf des Formeleditors wird der Bildschirm geteilt und der Cursor befindet sich automatisch im Formel-Editier-Bereich, dem „Kommandofenster“. Die Menufunktionen sowie die Werkzeugleiste werden ebenfalls direkt auf die Funktionen von Math umgestellt.

Sobald man den Cursor wieder ins Textdokument setzt, verschwindet der Math-Editier-Bereich und als Ergebnis befindet sich im Dokument eine Formel als RahmenObjekt. Mit einem Doppelklick auf dieses Objekt wird der Formeleditor wieder gestartet.

2. Formeln eingeben

2.1. Eingabehilfen

Math stellt verschiedene Hilfen für die Eingabe von Formelzeichen mit der Maus zur Verfügung:

Das Fenster Auswahl kann über das Menü Ansicht → Auswahl aktiviert werden.
Im oberen Bereich können Themen gewählt werden (hier: Funktionen), aufgrund derer sich dann die Auswahlfelder im unteren Bereich anpassen.

Math1.png

Das KontextMenü im Formel-Eingabebereich bietet seine Auswahlvarianten in Form von Untermenüs an.

Math6.png

Wird auf diese Art ein Term ausgewählt, so fügt Math eine Zeile wie z.B. nroot{<?>}{<?>} im Kommandofenster ein (für n-te Wurzel aus x). Dabei werden Platzhalter für Variablen als <?> dargestellt. Solange die Platzhalter nicht ersetzt werden, wird in diesem Beispiel Math4.png angezeigt. Ersetzt man die Platzhalter mit Variablennamen, z.B. nroot{n}{x}, erscheint in der Anzeige Math5.png , setzt man dafür Werte ein, z.B. nroot{4}{256}, Math3.png .

Diverse Symbole können über Extras → Katalog aus dem SymbolKatalog in eine Formel übernommen werden. Der SymbolKatalog kann um eigene Symbole erweitert werden.

Besonders einfach wird die Eingabe, wenn man den Formel-Cursor eingeschaltet hat und Ansicht automatisch aktualisieren eingeschaltet ist. Doppelklickt man dann das Platzhalter-Kästchen in der Ansicht, wird der zugehörige <?>-Platzhalter im Kommandofenster markiert und man kann ihn direkt mit dem gewünschten Text oder mit der nächsten Struktur aus der Auswahl überschreiben. Über die Tastatur erreicht man den nächsten Platzhalter mit der Funktionstaste F4 und den vorherigen mit Shift+F4.

2.2. Formeln in Textdokumenten direkt eingeben

Wer daran gewöhnt ist, Formeln direkt zu tippen, findet im Math-Hilfetext unter dem Titel Referenztabelle eine detaillierte Auflistung.

In dem Fall kann eine Formel direkt in ein TextDokument eingegeben werden. Zum Schluss nur markieren und Einfügen → Objekt → Formel wählen, die Formel wird dann direkt erstellt, ohne Umweg über den Editor.

Symbole, die man in den SymbolKatalog aufgenommen hat, kann man mit der Schreibweise:

%NameDesSymbols

im Fließtext erfassen und als Formel darstellen lassen.

(!) Wird der Textfluss häufig durch einzelne Formeln unterbrochen, wie z.B. beim Schreiben mathematischer Texte, kann es sinnvoll sein, eine eigene Tastenkombination für das Einfügen einer Formel zu definieren: Unter Extras → Anpassen… → Tastatur wählen Sie zunächst den Bereich „Einfügen“ und dann unter Funktion „Formel“. Vorsicht, es gibt zwei Mal die Funktion „Formel“: die erste, per Default mit F2 aufrufbar, meint Textformeln, wie sie in der RechenLeiste eingegeben werden können, die zweite meint das Einfügen einer (Math-)Formel. Dieser ist per Default keine Tastenkombination zugewiesen. Wählen Sie diese zweite Funktion „Formel“ aus, suchen Sie unter Tastenkombinationen eine freie Tastenkombination wie z.B. Strg+m und klicken Sie auf Ändern um die Zuordnung vorzunehmen. Der Formeleditor kann jetzt sowohl über das Menü Einfügen → Objekt → Formel als auch mit der gewählten Tastenkombination (Strg+m) aufgerufen werden. Entsprechend können Sie auch unter Extras → Anpassen… → Symbolleisten einer Symbolleiste eine zusätzliche SchaltFläche zum Einfügen von Formeln hinzufügen; Sie finden dazu im Bereich „Einfügen“ den Befehl „Formel“ (mit einem Wurzelzeichen-Icon).

Natürlich kann eine so eingefügte Formel per Doppelklick anschliessend zur Weiterbearbeitung auch wieder im Formeleditor geöffnet werden.

3. Formeln nummerieren, Formelverzeichnisse

In wissenschaftlichen Arbeiten ist es üblich, Formeln zu nummerieren, damit man sich im laufenden Text auf sie beziehen kann. Dazu ist schon ein AutoText FN eingerichtet, der dies optisch normgerecht erledigt. Er fügt eine 1×2-Tabelle ein, in der in der linken Zelle die Formel stehen soll und in der rechten Zelle die Nummerierung. Für die Nummerierung wird der NummernKreis „Text“ benutzt.

Mit dieser Nummerierung wird der Formel eine Beschriftung zugeordnet, aus der sich einerseits AbbildungsVerzeichnise erstellen lassen und andererseits stehen diese Beschriftungen auch als Verweisziele unter Einfügen → Querverweis → Referenzen zur Verfügung.

Außer mit dem erwähnten Textbaustein lassen sich Formeln auch auf andere Weise nummerieren:

KontextMenü

Mit einem Rechtsklick auf eine Formel steht die Option Beschriftung zur Verfügung. Wird diese ausgewählt, so wird ein Rahmen um die Formel gelegt, der genauso breit wie diese ist und die Beschriftung wird unterhalb der Formel eingefügt.

TextRahmen

Wird die Formel in einen TextRahmen eingefügt, so kann in einem zusätzlichen Textabsatz dieses Rahmens via Einfügen → Beschriftung die Beschriftung zugeordnet werden. Diese Art ist flexibler und ermöglicht die freie Platzierung des Beschriftungstextes (Verankerungsoptionen des Formel-Rahmenobjektes beachten).

Zu der Lösung mit TextRahmen zwei Tipps:

Auch wenn Formeln keine Beschriftung erhalten, lassen sie sich in ein Verzeichnis aufnehmen. Allerdings nur in Form eines ObjektVerzeichnises, in welchem lediglich der ObjektName erscheint. Dieser wird den Formeln automatisch mit einer aufsteigenden Nummerierung zugewiesen und kann im KontextMenü, Register Zusätze, jedes Formel-Objektes angepasst werden.


KategorieMath KategorieGrundlagen KategorieFachbegriff


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