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Ein typisches Anwendungsbeispiel für Ebenen sind Wohnungs-Grundrisse. Zum einen benötigt man meist Maßlinien (die Draw standardmäßig auf einer eigenen Ebene einfügt, sodass sie je nach Bedarf sichtbar und/oder druckbar eingestellt werden können), zum anderen möchte man die Möbel frei verschieben können, ohne Gefahr zu laufen, die Grafik-Objekte der Grundriss-Zeichnung versehentlich zu verschieben, möchte evtl. mehrere Möblierungsvarianten speichern und auf dem gleichen Grundriss abwechselnd anzeigen können.

1. Vorbereitungen: Maßstab und Maßeinheiten

Um möglichst realitätsnah arbeiten zu können, wollen wir mit Metern arbeiten (statt der standardmäßig verwendeten Zentimeter) und im richtigen Maßstab. Bei einer Blattgröße von A4 bleibt da meist nicht viel anderes als ein Maßstab von 1:100 (1 Zentimeter auf dem Blatt entspricht 1 Meter).
Die Einstellungen werden unter Extras → Optionen → OpenOffice.org → Draw → Allgemein angepasst.

Für das Positionieren der Objekte sind einerseits Raster und FangRaster (Extras → Optionen → OpenOffice.org → Draw → Raster) von Interesse, zusätzlich kann man sog. FangLinien erstellen, die im Unterschied zum Raster über die Seitenraänder hinaus und bis in die Lineale reichen. Das Verhalten der Fanglinien kann unter Extras → Optionen → OpenOffice.org → Draw → Raster gesteuert werden.

Es können beliebig viele Fangpunkte und -linien über das Seiten-KontextMenü erstellt werden.
Einmal eingefügt, verfügen sie auch über ein KontextMenü, über welches sie bearbeitet oder entfernt werden können. Verschieben lassen sie sich einfach mit der Maus.

DE12.png.

2. Maßlinien

Das Werkzeug für das Zeichnen von Maßlinien befindet sich im Linien-Set

DE27.png

Man kann eine Bemaßungslinie zunächst auch als einfache Linie einfügen, über die Linieneigenschaften mit Bemaßungsenden versehen, das Objekt anschließend per Doppelklick öffnen und einen Text eingeben. Allerdings landet diese Linie nicht automatisch auf der Maßlinien-Ebene und man hat es auch schwerer, bis man die Beschriftung an der richtigen Stelle hat.

3. Ebene: Grundriss

Über Einfügen → Ebene wird die Ebene Grundriss erstellt.

3.1. Geeignete Werkzeuge

Für Wände eignet sich z.B. das Werkzeug Polygon 45 Grad, gefüllt aus dem Set Kurven, mit dem man auch Ecken einfach einbringen kann. Um ein Polygon zu zeichnen, zieht man mit gedrückter Maustaste ein Stück Linie. Lässt man die Maustaste los, so wird an dieser Stelle ein Eckpunkt gesetzt und man kann die Richtung ändern. Mit jedem Mausklick setzt man einen neuen Eckpunkt, ein Doppelklick schließt das Objekt.

DE14.png

DE13.png

Die Schraffur wird über Format → Fläche → Schraffuren zugeordnet. Erstellt man daraus eine Grafikobjektvorlage, so kann man diese Formatierung einfach durch Doppelklick im Navigator beliebigen anderen Objekten zuordnen.

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Für freie Winkel eigenet sich das Werkzeug Polygon gefüllt, welches im gleichen Set vorhanden ist: DE15.png Nützlich in beiden Fällen sind die FangLinien.

Um einen Bogen zu zeichnen, fängt man mit dem Werkzeug Ring aus dem Set Standardformen an. Die Ringstärke kann man durch ziehen mit der Maus am Innen- oder Außenkreis anpassen.

DE18.png

Anschließend legt man über die Stellen, an denen der Bogen abgeschnitten werden soll, Rechtecke, markiert Ring und Rechteck gemeinsam (bei gedrückter CTRL-Taste anklicken) und wählt Ändern → Formen → Subtrahieren

DE17.png

Um die Wand zu vervollständigen, fügt man ein gefülltes Rechteck hinzu, markiert beide Objekte und vereint sie zu einem einzigen über Ändern → Formen → Verschmelzen, ändert die Flächenformatierung bzw. ordnet die entsprechende Vorlage zu.

DE19.png

Fenster kann man beispielsweise über einfache Verbinder DE21.png darstellen

DE20.png

Für das Ansetzen eines Verbinders verfügt jedes Objekt über sog. Klebepunkte, an denen sich die Verbinder automatisch ausrichten. Nun kann es sein, dass ein Verbinder nicht dort andockt, wo man das gerne hätte

DE24.png

In dem Fall muss man die Klebepunkte selbst bearbeiten. Dazu muss die Option Klebepunkte aktiviert sein. Man erkennt das daran, dass im Menu Bearbeiten der entsprechende Eintrag angehakt ist, bzw. kann das hier durch anklicken veranlassen. Dabei erhält man die Klebepunkte-Symbolleiste (oder holt sie sich im Menu Symbolleisten), kann damit einen neuen Klebepunkt einfügen und den Verbinder darauf verschieben.

DE25.png

Für Türen eignet sich ein Viertelkreis, den man mit dem Werkzeug Kreissektor DE22.png aufzieht. Evtl. fügt man noch eine Linie hinzu und gruppiert beide Objekte 1

DE23.png

Wenn Heizkörper o.ä. in den Raum hineinragen, sollte man diese auf dem Grundriss auch unbedingt einzeichnen.

3.2. Den fertigen Grundriss schützen

Damit der Grundriss bei künftigen Bearbeitungen nicht versehentlich verändert wird, wird er im Format-Menu der Ebene gesperrt (Format → Ebene).

4. Die Einrichtung

Für die Möblierung erstellt man eine oder mehrere neue Ebenen(n) (siehe oben).

Tipp:
Möbelteile, die man aus verschiedenen Grafikelementen zusammengebaut hat, kann man in der Gallery ablegen und von dort jederzeit Kopien in die Zeichnung ziehen.

5. Variante

Im vorliegenden Beispiel haben wir für den Grundriss eine eigene Ebene angelegt. Es wäre aber auch denkbar, den Grundriss als MasterSeite zu verwenden. Dazu blendet man über Ansicht → Master die Ebene für die Hintergrundobjekte ein und platziert den Grundriss darauf. Ist der Grundriss fertig, deaktiviert man die Masterseite wieder mit der Auswahl Master View schließen aus der Master-SymbolLeiste, die automatisch eingeblendet wird, wenn man die Master-Ansicht aktiviert. Der Grundriss bleibt sichtbar und für die Möblierung benutzt man ganz einfach die Standardebene Layout. Will man mehrere Möblierungsvarianten anlegen, fügt man für jede Variante eine neue Seite ein. Die Objekte der Master-Ebene sind auf jeder Seite vorhanden.

6. Siehe auch

* GrundrissZeichnung


KategorieGrafik KategorieFachbegriff

  1. Beide Objekte bei gedrückter CTRL-Taste markieren und Ändern → Gruppieren (1)


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