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1. Einführung

Mit den Griffen eines Objektes hatten Sie sicher schon zu tun, um es beispielsweise zu verkleinern/vergrößern oder zu drehen.

Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal ein besonderer Punkt bei einer Symbolform begegnet, mit dem man nicht nur die Größe sondern auch die Grundform eines Objektes beeinflussen kann.

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Damit sind aber die Bearbeitungsmöglichkeiten für die Form eines Objektes noch lange nicht erschöpft.

Als Einstiegsbeispiel für die Variationen, welche sich durch die Manipulation von Objektpunkten ergeben, zeichnen wir ein einfaches Rechteck. Allerdings benutzen wir dazu nicht die Standardform Rechteck sondern das Werkzeug Polygon.

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Daran ist nun zunächst auch noch nichts besonderes zu erkennen. Anders sieht es jedoch aus, wenn das Werkzeug Punkte bearbeiten aktiviert wird.
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Die Punkte, die nun auf dem Objektrand erscheinen, können einzeln bewegt werden.

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Und warum geht das nicht bei einem gewöhnlichen Rechteck?
Die Punktbearbeitung ist in Draw bei drei Objekttypen zulässig, bei:

Diese drei Objekttypen finden Sie auch unter der Option Umwandeln im Menu Ändern. Unser Beispiel würde also auch mit einem Rechteck aus den Standardformen funktionieren, man müsste es einfach nur zuerst umwandeln.

Die Möglichkeiten der Punktbearbeitung sind nicht bei allen Objekttypen gleich. Das breiteste – aber auch anspruchvollste - Spektrum an Manipulationen bieten Kurven.

Nicht alle Objekte lassen sich in jeden der drei oben erwähnten Objekttypen umwandeln und selbst wenn, ist nicht in jedem Fall die Punktbearbeitung garantiert. Für einen Ellipsensektor zum Beispiel, gibt es keine Punktbearbeitung, nicht einmal nach Umwandlung in eine Kurve. Doch selbst in so hartnäckigen Fällen gibt es Mittel und Wege:
Wir gehen von dem erwähnten Ellipsenbogen aus, wandeln ihn in ein Polygon um und brechen das Polygon auf, um es gleich anschließend wieder zu verbinden. Benötigen wir den Kreissektor als Kurve, so müssen wir anders vorgehen: Wir zeichnen einen Kreis, darüber einen Kreissektor, wählen beide gemeinsam aus und subtrahieren, wandeln das neue Objekt in eine Kurve um. Dieser kleine Ausflug soll Sie lediglich ermutigen, sich nicht gleich geschlagen zu geben; in den meisten Fällen benötigt die Punktbearbeitung jedoch keinen solchen Vorlauf.

2. Symbolleiste "Punkte bearbeiten"

Wenn Sie die Funktion "Punkte bearbeiten" bisher noch nicht benutzt haben, müssen Sie zunächst die Symbolleiste Punkte bearbeiten aktivieren. Künftig blendet sich diese Symbolleiste automatisch ein, sobald Sie den Punktbearbeitungsmodus aktivieren op11.png.

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Welche Werkzeuge dieser SymbolLeiste aktuell anwendbar sind, hängt vom Typ des Objektes ab, welches gerade aktiviert ist. Bewegen Sie den Cursor langsam über die einzelnen Symbole um ihre Bezeichnung anzuzeigen.

In den folgenden Beispielen werden nicht alle Optionen aufgegriffen – der Hilfetext liefert die benötigten Erklärungen – sondern vor allem auf einige Besonderheiten eingegangen.

3. Punkte von Polygonen bearbeiten

Punkte von Polygonen liegen immer auf Geraden, man kann mit ihnen ein Objekt auch nur mittels gerader Linien verändern (vgl. Punkte auf Kurven).

Wenn man beim Verschieben eines Punktes gleichzeitig die SHIFT-Taste drückt, so lässt sich der Punkt nicht in beliebiger Richtung verschieben, sondern nur in den Richtungen, welche die Gerade (oder die Geraden, im Fall eines Eckpunktes), auf der er liegt, vorgibt.

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Mit gedrückter SHIFT-Taste kann man mehrere Objektpunkte zusammen markieren (sie ändern dabei die Farbe auf schwarz) und gemeinsam verschieben.

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Beim Einfügen neuer Punkte auf einer Geraden zwischen zwei bestehenden Punkten, weigert sich das Programm manchmal, den Punkt zuzulassen. Wenn man dabei gleichzeitig die Linie, auf die der Punkt soll, ein wenig aus ihrer Position zieht, dann wird der Punkt eingesetzt.

4. Punkte von Konturen bearbeiten

Eine Linie läßt sich nicht in ein Polygon umwandeln, aber in eine Kontur. Eine Linie, die zum Zeitpunkt der Umwandlung eine Linienbreite > 0 hat, wird zu einem zweidimensionalen Objekt und die Eigenschaft Linienfarbe wird zur Flächenfarbe.

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Die Möglichkeiten der Punktbearbeitung sind die gleichen wie beim Polygon.

5. Punkte von Kurven bearbeiten

Punkte auf Kurven unterscheiden sich von Punkten auf Polygonen. Zur Verdeutlichung wählen wir zwei Standardformen – Kreis und Quadrat – und wandeln beide je in ein Polygon und eine Kurve um.

Die umgewandelten Objekte im Punktbearbeitungs-Modus

Kreis in Polygon umgewandelt

Kreis in Kurve umgewandelt

Quadrat in Polygon umgewandelt

Quadrat in Kurve umgewandelt

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Beim Quadrat sieht man auf den ersten Blick keinen Unterschied, hingegen beim Kreis schon. Wir erinnern uns: Polygone bestehen aus geraden Linien und Punkte benutzen auch dieses Muster der geraden Linien. Ein Quadrat besteht per Definition aus geraden Linien, insofern ist es nicht verwunderlich, dass bei einer Umwandlung in ein Polygon nichts wesentlich Anderes entsteht. Beim Kreis ist es etwas anderes: die ursprünglich gebogene Linie wird in eine Vielzahl kleiner Geraden zerlegt und bei jedem Richtungwechsel wird ein Objektpunkt eingefügt.

Für die Bearbeitung dieser Objektpunkte gilt daher die Polygon-Regel, welche Punkte nur auf Geraden und ihren Verlängerungen möglich macht. Verschieben wir also die Punkte der Kreises, so wird daraus eine Figur mit Ecken statt Kurven.

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Schalten wir beim Kurven-Kreis die Punktbearbeitung ein, so erhalten wir ein anderes Bild:
Der Objektpunkt liegt auf so etwas wie einer Achse

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Wenn wir diesen Objektpunkt einfach ziehen, so sehen wir zunächst, dass sich die Kreislinie zwischen dem "Zugpunkt" und den benachbarten Punkten im Bogen wölbt und nicht einfach eine Gerade aus dem Objekt gezogen wird.

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Schauen wir uns nun diese Achse etwas genauer an:
Sie läßt sich ausziehen, neigen und um sich selbst drehen

Nebenstehend sehen Sie jeweils oben die Bewegung und unten das Ergebnis.

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Aber das ist noch nicht alles. Die SymbolLeiste Punkte bearbeiten stellt drei Werkzeuge zur Verfügung, mit denen man diese "Achse" weiter beeinflussen kann.

In den obigen Beispielen haben wir die Standardeinstellung Glatter Übergang benutzt. Beobachten wir, was geschieht, wenn wir auf Symmetrischer Übergang wechseln.

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Die dritte Variante liefert das Werkzeug Eckpunkte setzen: nun lassen sich die Teillinien auf beiden Seiten des Objektpunktes wie Schenkel eines Dreickes unabhängig voneinander bewegen und beeinflussen jeweils nur ihre Seite des Objektes.

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Greifen wir noch kurz das Beispiel "Quadrat" auf, das nun nach der Umwandlung in eine Kurve auch wirklich zur Kurve "ausgebaut" werden kann. Alle oben geschilderten Optionen können auch hier angewendet werden.

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Mehr zum Thema Kurven können Sie auf der Seite BézierKurve nachlesen.

6. Bézier schließen / Kurve auftrennen

Die Funktion Bézier schließen verbindet Start- und Endpunkt einer Kurve zu einem geschlossenen Objekt, das nun auch Flächeneigenschaften bekommt. Wendet man das Werkzeug auf ein geschlossenes Polygon an, so passiert das Gegenteil: das Objekt wird aufgetrennt. Erneutes Anwenden des Werkzeugs schließt das Objekt wieder und stellt die Flächeneigenschaften wieder her.

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Will man eine Kurve an einer bestimmten Stelle auftrennen, so fügt man einen Punkt ein (oder benutzt einen vorhandenen), wählt ihn aus und klickt auf Kurve auftrennen auf der SymbolLeiste Punkte bearbeiten.

Beim Auftrennen wird ein Endpunkt etwas größer dargestellt als die anderen Objektpunkte

Auch ein geschlossenes Polygon verfügt über einen Anfang und ein Ende, dargestellt als etwas größerer Punkt. Im vorigen Beispiel (Bezier schließen) benutzt das Programm diesen Endpunkt zum Auftrennen des Objektes.

Auftrennen einer Kurve

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Auftrennen eines Polygons

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7. Polygon → Kurve → Polygon → Kurve ...

Wie wir gesehen haben, ist die Punkt-Bearbeitung für Polygone und Kurven unterschiedlich. Im einen Fall bewegt man mit den Punkten jeweils Geraden, im anderen Fall ergeben sich Biegungen oder Wölbungen. Daher kann es hilfreich sein, ein Objekt mehrmals umzuwandeln, um jeweils den adäquaten Punkt-Bearbeitungsmodus zur Verfügung zu haben.

8. Siehe auch


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