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Mit der Funktion VORLAGE("Vorlagenname") bzw. T(VORLAGE("Vorlagenname"))1 kann die Anwendung einer bestimmten Zellvorlage erzwungen werden. Anders als bei der bedingten Formatierung ist man dabei nicht auf höchstens 3 Vorlagen beschränkt.

1. Mehr als 3 Bedingungen

Bei der normalen bedingten Formatierung können nur maximal 3 Bedingungen verwendet werden (Issue 8812). Benötigt man mehr Format-Zuweisungsregeln, so kann man die Zellvorlagen-Zuweisung direkt in eine Zellformel integrieren:

Dabei muss man unterscheiden zwischen Zellen, die einen numerischen Inhalt haben, und solchen, die einen alphanumerischen Inhalt haben. Im zweiten Fall muss die Vorlagenzuweisung so aussehen:

1.1. Beispiel WENN()

="irgendeine_Formel"+Vorlage(wenn(aktuell()<0;"rot";wenn(aktuell()=0;"gelb";"grün")))

weist der Zelle die Vorlage „rot“ zu, wenn das Formelergebnis kleiner Null ist, „gelb“, wenn das Ergebnis genau Null ist, und „grün“, wenn das Ergebnis größer Null ist.

WENN(A4=1;
 A4+VORLAGE("1");
  WENN(A4=2;
   A4+VORLAGE("2");
    WENN(A4=3;
     A4+VORLAGE("3");
      WENN(A4=4;
       A4+VORLAGE("4");
 A4+VORLAGE("Standard")))))

funktioniert auch ohne das A4+ vor VORLAGE, ist aber nicht praktikabel.

<!> Die Anwendung dieser Vorgehensweise bei großen Tabellen kann zu einer erheblichen Prozessor-Belastung führen.

1.2. Beispiel SVERWEIS()

Im folgenden Beispiel soll je nach erteilter Schulnote ein Notentext und eine bestimmte Zellvorlage zugeordnet werden.

Für jede Note wird eine eigene Zellvorlage erstellt.
Sinnvoll kann es in diesem Fall sein, eine "Basis-Zellvorlage" zu erstellen, auf der die eigentlichen Noten-Zellvorlagen basieren, um gemeinsame Einstellungen nur einmal definieren zu müssen.

noten.png

Die Notentexte und die Namen der Zellvorlagen werden in einem freien Tabellenbereich erfasst.2 Für die Zuordnung ist es nicht notwendig, die Vorlagen hier auch anzuwenden, aber es dient der Übersichtlichkeit.

noten2.png

Mit der Funktion SVERWEIS() werden nun sowohl Notentext – SVERWEIS(A1;Tabelle2.A2:C7;2) – wie auch Vorlage – &T(VORLAGE(SVERWEIS(A1;Tabelle2.A2:C7;3)) – zugeordnet.

noten3.png

Standardmäßig geht die Funktion SVERWEIS von einer sortierten Liste aus. Wenn der gesuchte Wert in so einer sortierten Liste nicht gefunden wird, wird der davor liegende Wert zurückgegeben.

noten4.png

Wünscht man eine andere Art der Zuordnung, so kann man z.B. mit einer Rundungsformel für eine gezielte Zuordnung sorgen, und statt den Wert aus A1 direkt zu übernehmen, ihn erst umrechnen: =RUNDEN(A1-0,1).

2. Beispiel: „Viele“ Bedingungen

Hat man wirklich viele verschiedene Bedingungen zu unterscheiden, wird es sehr unübersichtlich, wenn man die Funktion VORLAGE() zusammen mit dem eigentlichen Inhalt der Zelle unterbringen muss:

bf2.png

Auch die WENN-Verschachtelungen werden mit wachsender Länge immer schwieriger zu handhaben.

Der Ausweg: Man nimmt die Vorlagen-Zuordnung mit SVERWEIS() vor und benutzt nicht die Originaltabelle, sondern eine eigene Tabelle, die sich nur um die Formatierung kümmert.

In einem unbenutzten Tabellenbereich legt man die Verweistabelle für die Vorlagen-Zuordnung an:
In der ersten Spalte werden die Bedingungen hinterlegt, daneben in der zweiten Spalte die Namen der jeweils anzuwendenden Vorlagen. Wenn man den Zellen mit den Vorlagennamen auch gleich noch die richtige Vorlage zuweist, hat man stets einen guten Überblick.
Man markiert beide Spalten und nimmt sie in einen Bereich3 auf: Daten → Bereich festelegen; in unserem Fall nennen wir ihn „Farben“. Wenn sich die ganzen Spalten in diesem Bereich befinden, kann man jederzeit weitere Bedingungen und Vorlagen anfügen, ohne die Formeln selbst anpassen zu müssen.

bf1.png

In der Annahme, unsere Daten befinden sich in Tabelle 1, dann könnte Tabelle 2 so aufgebaut werden:

In Zelle Tabelle2.A1 fügt man die Formel ein:

=Tabelle1.A1&T(VORLAGE(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0)))

und „zieht“ diese Zelle nach rechts und unten, bis man den gesamten Tabellenbereich der Originaltabelle abdeckt.

Wenn es im Originalbereich Zellen gibt, die leer sind und/oder es Zellen gibt, für deren Inhalt keine Bedingung formuliert wurde, braucht man eine WENN-Unterscheidung:

=Tabelle1.A1&WENN(ISTNV(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0));
             T(VORLAGE("Standard"));
             T(VORLAGE(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0))))

In diesem Beispiel werden die Inhalte in der formatierten Tabelle durch die Verbindung mit & zu Texten. Wenn man das nicht wünscht, benutzt man statt &T(VORLAGE()) die Formel +VORLAGE().

Eventuell muss man dann noch mit einer weiteren WENN-Formel unterscheiden:

=WENN(ISTZAHL(Tabelle1.A1);
  Tabelle1.A1+WENN(ISTNV(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0));
                   VORLAGE("Standard");
                   VORLAGE(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0)));
  Tabelle1.A1&WENN(ISTNV(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0));
                   T(VORLAGE("Standard"));
                   T(VORLAGE(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0)))))

3. Beispiel: „Viele“ Bedingungen in Kombination mit der bedingten Formatierung

Es ist auch möglich, die VORLAGE()-Formel nicht in der Zelle, sondern als bedingte Formatierung zu definieren (Daten → Bereich festelegen). Hier wählt man dann "Formel ist" und trägt die VORLAGE()-Formel ein. Die zu verwendende Vorlage läßt man hier dann einfach auf Standard stehen.

Auf diese Weise kommen einem die VORLAGE()-Formeln bei der normalen Arbeit nicht mehr in die Quere. Eine Formel als bedingte Formatierung könnte etwa so aussehen:

VORLAGE(SVERWEIS(Tabelle1.A1;Farben;2;0))

4. Siehe auch

KategorieCalc

  1. Wenn man es mit Zahlen zu tun hat, ordnet man eine Vorlage mit +VORLAGE("Vorlagenname") zu. Verwendet man diese Formel mit einem Zellinhalt, der nicht aus Zahlen besteht, so erscheint in der Zelle zusätzlich zum eigentlichen Inhalt eine Null. Das kann man vermeiden, indem man bei Zeichenketten die Formel verwendet: &T(VORLAGE("Vorlagenname")). Wenn man die zweite Variante zusammen mit einem Zahlen-Inhalt verwendet, so ändert man den Inhalt zu Text, was dazu führt, dass er – wenn er in weiteren Formeln zum Rechnen benutzt wird – den Wert 0 annimmt. (1)

  2. Tipp: Verwenden Sie Zell- oder Bereichsnamen. (2)

  3. Statt einer Bereichsdefinition kann man auch einfach einen Namen vergeben: Einfügen → Namen. Der Vorteil des Bereichs besteht darin, dass man über Daten → Bereich auswählen immer schnell feststellen kann, ob die Bereichsdefinition stimmt. (3)


LizenzBedingungen | AnbieterKennzeichnung | DatenschutzErklärung | Stand: 2013-04-28