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Bedingte Vorlagen sind AbsatzVorlagen in TextDokumenten, die mehrere andere Absatzvorlagen verwalten. Abhängig vom Eintreffen einer Bedingung verwenden sie die Formateinstellungen der einen oder anderen Untervorlage.

1. Bedingte Vorlage

Am einfachsten erklärt sich das Prinzip im Zusammenhang mit der Verwendung von Nummerierungen/ NummerierungsVorlagen. Angenommen, man möchte für jede Nummerierungsstufe ein anderes Absatzformat verwenden, dann wäre es doch angenehm, wenn beim Ändern der Nummerierungsebene automatisch auch das Absatzformat angepasst würde, so wie das bei der KapitelNummerierung der Fall ist.

Zum Vergleich: bei der KapitelNummerierung wird die Verknüpfung von Absatzvorlage und Kapitelebene zentral über den Aufruf Extras → Kapitelnummerierung gesteuert. Dies ermöglicht zwei Vorgehensweisen bei der Überarbeitung:

Warum die Verbindung von Ebene und Absatzvorlage bei Nummerierungen/ NummerierungsVorlagen nicht auf die gleiche Art automatisiert werden kann, leuchtet ein, wenn man sich klar macht, dass man soviel verschiedene Nummerierungen anlegen kann, wie man möchte. Die KapitelNummerierung ist im Gegensatz dazu einmalig für ein Dokument.

1.1. Unterschiedliche Absatzvorlagen pro Gliederungsebene

1.1.1. Absatzvorlagen für jede Ebene erstellen

Zunächst muss für jede Ebene, die ein eigenes Absatzformat erhalten soll, eine eigene Absatzvorlage erstellt werden. Anschließend benötigt man eine "Steuerungs-Absatzvorlage", in welcher diese Ebenen-Absatzvorlagen eingetragen werden und die dann diese "Untervorlagen" situationsgerecht anwendet. Diese "Steuerungs-Absatzvorlage" muss als Bedingte Vorlage angelegt werden.

1.1.2. Erstellen einer bedingten Absatzvorlage

Zu einer bedingten Vorlage, welche die Steuerung der Vorlagenzuordnung übernimmt, kann man eine Vorlage nur bei der Neuerstellung erklären. Man kann diese Eigenschaft nicht nachträglich einer bestehenden Vorlage zuweisen! Wenn diese Eigenschaft jedoch zugeordnet wurde, kann man deren Einstellungen später immer wieder anpassen.

Das Fenster Neue Vorlage hat ein Register Bedingung, in dem als erstes die Option Als bedingte Vorlage aktiviert werden muss. Anschließend können die zuvor erstellten AbsatzVorlagen den richtigen Ebenen zugeteilt werden.

BedingteVorlage.png

1.1.2.1. Absatzvorlage: Textkörper

Von den in der Default-Standardvorlage bereits vorhandenen AbsatzVorlagen ist Textkörper als bedingte Vorlage definiert. So kann es sich anbieten, diese Absatzvorlage um Einträge für die verschiedenen Nummerierungsebenen zu erweitern. Normaler Fließtext erscheint sodann in der Form von Textkörper, sobald man jedoch eine Nummerierung einschaltet, sei es als harte Formatierung oder via NummerierungsVorlage, werden die pro Nummerierungsebene definierten Untervorlagen angewendet.

1.1.3. Anwendung der bedingten Vorlage

Im Text wird nun nur eine Absatzvorlage angewendet: die bedingte Vorlage. Trifft eine der Bedingungen zu, für die eine Untervorlage definiert wurde, nimmt der Absatz deren Gestalt an, ansonsten kommen die eigenen Einstellungen der bedingten Vorlage zum Tragen. Ändert man die Nummerierungsebene, z.B. mit der Tabulator-Taste, der Rücktabulator-Taste oder den Icons zum Heben oder Senken einer Ebene, so wechselt der Absatz das Format gemäß der für die neue Ebene geltenden Absatzvorlage.

1.2. Beispiele mit anderer Kontext-Definition

1.2.1. Textrahmen, Bereiche

Angenommen, man ordnet der Vorlage Textkörper eine Untervorlage für den Fall Text in einem Rahmen oder Text in einem Bereich zu, so funktioniert auch hier die automatische Vorlagenzuweisung:

Sobald man Absätze in einen Rahmen oder Bereich übernimmt, kommt die zuständige Absatzvorlage zur Anwendung. Wird der Bereich wieder aufgehoben oder die Absätze aus dem Rahmen kopiert oder ausgeschnitten und an anderer Stelle im Dokument wieder eingefügt, nimmt Textkörper wieder sein normales Aussehen an.

2. Handhabung von Untervorlagen

Untervorlagen befinden sich in einer Art "Zwittersituation": Einerseits werden sie effektiv angewendet, andererseits sind sie aber nicht richtig einem Absatz zugeordnet. Dies ist z.B. im Zusammenhang mit InhaltsVerzeichnissen zu beachten, die auf AbsatzVorlagen beruhen:

Da die Untervorlagen nicht direkt angewendet werden, stehen sie auch nicht für die Erstellung eines InhaltsVerzeichnisses zur Verfügung. Sie werden zwar im entsprechenden Dialog angezeigt und man kann sie einer Ebene zuordnen, aber bei der Erstellung werden keine passenden Absätze gefunden. Umgekehrt werden durch die Auswahl der bedingten Vorlage unter weitere Vorlagen bei der Inhaltsverzeichnis-Definition alle Absätze aufgenommen, die unter deren Verwaltung stehen und der gleichen Inhaltsverzeichnisebene zugeteilt.

Auch das Feld Vorlage anwenden verhält sich unschlüssig: Es zeigt die bedingte Vorlage an, wenn man mit dem Cursor in einem entsprechenden Absatz steht; klappt man dieses Feld jedoch auf, so stehen darin auch alle Untervorlagen zur Verfügung, die über die bedingte Vorlage irgendwo im Dokument zum Zug kommen.

Im Dialog Suchen & Ersetzen werden die Untervorlagen zwar zur Suche nach FormatVorlagen angeboten, jedoch nicht gefunden.


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LizenzBedingungen | AnbieterKennzeichnung | DatenschutzErklärung | Stand: 2013-04-28